Rolf Müller Dienstleistungen GmbH: Neuunternehmer des Monats März
2. April 2001

Rolf Müller
«Der Unternehmer wurde mir genetisch mitgegeben»
Von Oliver Degen
Rolf Müller, der vom Beirat zum «Neuunternehmer des Monats März» gewählt wurde, sieht sich als Dienstleister für Architekten, Ingenieure, Bau- und Bausubunternehmer: Er unterstützt diese in sämtlichen Belangen der Bauführung und erledigt die gesamte Devisierung. Als drittes Standbein bietet Rolf Müller auch PC-Support für die gängige Branchensoftware sowie für die gesamte Microsoft-Produktepalette an. Offenbar eine gute Mischung, denn Rolf Müller war vom ersten Tag an ausgelastet.
Basel. «Das Unternehmertum steckt bei unserer Familie im Blut, denn schon meine Eltern haben als Selbstständige eine Garage geführt», erzählt der 33-jährige Rolf Müller. Der Wunsch, sein eigener Herr und Meister zu sein, sei also quasi genetisch verankert – «und so habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit nie bereut oder an dessen Richtigkeit gezweifelt».
Nachdem der Vater von zwei Kindern (im Alter von vier und zweieinhalb Jahren) an seiner alten Arbeitsstätte gekündigt hatte, stand der Gründung seines eigenen Unternehmens nichts mehr im Weg. Vom 1. November 1999 an war Rolf Müller auf sich selber angewiesen, was aber grundsätzlich nichts Neues für ihn war: «Auch als Angestellter habe ich eigenständig Projekte betreut – ich betrat zwar schon Neuland, war aber sozusagen mit den wichtigsten Karten ausgestattet.»
Keine Durststrecke
Eine eigentliche Durststrecke habe er nie überwinden müssen, das Geschäft sei von Anfang an gut gelaufen. «Im Gegenteil, ich hatte eher Mühe, die vorhandenen Aufträge rechtzeitig abzuschliessen.» Deshalb habe er auch immer wieder Freelancers zugezogen, die ihn in einzelnen Projekten unterstützt hätten. Doch auf die Dauer sei das auch keine befriedigende Lösung. «Andererseits bedeutet das Anstellen von eigenen Mitarbeitern nicht nur ein finanzielles Risiko, sondern auch eine soziale Verpflichtung», wägt Müller ab. Da er sich aber unterdessen eine gewisse Stammkundschaft habe aufbauen können, nehme das Vorhaben, eigenes Personal zu verpflichten, immer konkretere Formen an: «Eigentlich sollte es im Laufe des nächsten Monats so weit sein.» Dann werde hoffentlich auch die zeitliche Beanspruchung etwas geringer ausfallen. Ihm persönlich mache es zwar nichts aus, (deutlich) mehr als die üblichen 42 Stunden pro Woche zu arbeiten. «Aber das Familienleben wird schon in Mitleidenschaft gezogen, vor allem die Kleinen kommen momentan zu kurz», wie Müller Bilanz zieht.
Raues Klima in der Baubranche
Es sei ihm bewusst gewesen, dass der Aufbau des eigenen Geschäftes mit überdurchschnittlichem Arbeitseinsatz verbunden sei. «Mittelfristig besteht mein Ziel aber schon darin, die Freiheiten, die man als Selbstständiger ge- niesst, auch wirklich nutzen zu können.» Dies sei aber auch wieder von der Qualität und der Motivation eigener Mitarbeiter abhängig. «Ich habe es als Angestellter leider selber immer wieder erlebt, dass ich sehr viel gearbeitet habe, ohne dass dies von meinen Vorgesetzten honoriert wurde.» Das habe ihn zunehmend frustriert und demotiviert, weshalb er selber einen andern Führungsstil anstrebe. Wer motiviert sei, arbeite auch gern und gut. «Wenn es mir gut geht, soll es denen, die mir das ermöglichen, auch gut gehen», so formuliert Rolf Müller sein Credo. Er kenne jedoch auch die Gepflogenheiten und die Umgangsformen auf einer Baustelle und er wisse, dass das Klima ziemlich rau sein könne. «Die Abgrenzung zur Motivation kann diesbezüglich noch schwierig werden», vermutet der Neuunternehmer.
Ein Rucksack voller Wissen
Das Rüstzeug für sein eigenes Unternehmen habe er während seiner Ausbildung zum diplomierten Bauführer SBA und an der Technikerschule erworben, die er zwischen 1991 und 1994 besucht habe. Ausserdem habe er verschiedene Kurse in Personalführung absolviert und bei der Computerschule Digicomp in Basel den Lehrgang zum PC-Supporter abgeschlossen. «Dieses Wissen erlaubt es mir heute, Bauwirtschaft und Informatik zu verbinden und eine entsprechende Produktepalette anzubieten», erklärt der passionierte Taucher und Mitbesitzer der Tauchschule Basilisk in Münchenstein.
«Ich betrachte mich als Dienstleister für Architekten, Ingenieure, Bau- und Bausubunternehmer, indem ich diese in sämtlichen Belangen der Bauführung unterstützen kann.» So könne er bei Engpässen temporär die Arbeit eines Bauführers übernehmen (beispielsweise bei Ferienabwesenheit oder Krankheit). Natürlich stehe er auch für ganze Projekte als Bauführer zur Verfügung. Ausserdem übernimmt Rolf Müller die gesamte Devisierung mit den entsprechenden Vorausmassen. «Alle meine Arbeiten sind mit EDV abgedeckt und über die Schnittstelle SIA 451 kompatibel mit der gängigen Branchensoftware», erläutert Müller. Apropos Software: Unterstützung leistet der Neuunternehmer des Monats auch in hard- und softwaremässigen Fragen. «Diesbezüglich umfasst mein Spektrum die gängige Branchensoftware sowie die bekannten Produkte von Microsoft.» Ausserdem könne er auch bei Fragen bezüglich Internetauftritt mit Rat und Tat zur Seite stehen.
In diese Richtung geht auch sein Projekt «Devis-Net». Über die Adresse www.devisnet.ch will Rolf Müller die Submission und die Akquisition der Baubranche im Internet ermöglichen. Das Projekt richtet sich einerseits an Bauherrschaften und Architekten, die ihr Bauvorhaben im Internet publizieren können. Andererseits können sich so sämtliche Unternehmen der Baubranche an Bauvorhaben beteiligen, indem sie ihre potenzielle Leistung definieren und bei Bedarf automatisch informiert werden.
Rolf Müller Dienstleistungen GmbH, Müsgasse 8, 4314 Zeiningen, Tel. 061 853 07 00
Beitrag Telebasel
http://www.rolf-mueller.ch
© 2001 National Zeitung und Basler Nachrichten AG