Artikel vom 27.08.2001
Die Führungscrew des Software-Spezialisten «softproviding.net» in Allschwil. Foto Hannes-Dirk Flury
| Softproviding AG; Neuunternehmer des Monats August 2001 27. August 2001
«Am Anfang ist das Marketing oft wichtiger als das Produkt» Die Allschwiler Softwareschmiede Softproviding AG entwickelt eigene Branchenlösungen auf SAP-Basis – und zwar so erfolgreich, dass deren Gründer im August zu «Neuunternehmer des Monats» gewählt wurden. Besonders für ein junges und noch kleines Unternehmen stellt die Einführung eigener Produkte eine hohe Hürde dar, weil der Softwaremarkt hart umkämpft ist und die Werbetrommel dementsprechend stark gerührt werden muss. Die Jungunternehmer haben ihre Mittel jedoch in die Entwicklung investiert. Allschwil. «Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft», sagte einst Humprey Bogart im Filmklassiker «Casablanca». Dieser Satz passt gut zum Software- und IT-Unternehmen Softproviding AG, deren Gründer zu «Neuunternehmer des Monats August 2001» gekürt wurden: Von Oliver Degen Jan Grütter, Hanspeter Jordi, Volker Höferlin und Michael Knauer hatten zwar schon vor der Gründung der eigenen Firma in unterschiedlicher Zusammensetzung verschiedene Projekte im SAP-Bereich durchgeführt. «Deshalb waren wir auch davon überzeugt, dass die Kombination der individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse eine optimale Basis für ein gemeinsam betriebenes Unternehmen schafft, weil wir uns gegenseitig perfekt ergänzen», erzählt Geschäftsführer Jan Grütter. «Ein SAP-Generalunternehmer» Der Kampf um neue Kunden… In der Zwischenzeit habe man auch einen eigenen Aussendienst aufgebaut, der sich aktiv um die Akquisition von Kunden kümmere. «Das ist heute ein absolutes Muss – am Anfang hatten wir diesen Aspekt aber unterschätzt», meint Grütter selbstkritisch. Es sei ziemlich schwierig, den Kunden die Unterschiede der einzelnen auf dem Markt erhältlichen Produkte zu erklären und die Vorteile der eigenen Lösungen hervorzuheben. «Wir mussten feststellen, dass einige Mitbewerber mehr Mittel ins Marketing als in die Entwicklung investieren», erklärt Volker Höferlin. So seien teilweise Produkte beworben und verkauft worden, die noch gar nicht verfügbar waren. Gewisse Unternehmen hätten also das Firmenkapital für Marketinmassnahmen verwendet und danach mit den erzielten Verkaufserlösen die eigentliche Entwicklung finanziert. «Ein solches Vorgehen entspricht aber überhaupt nicht unserer Philosophie», bekräftigt Michael Knauer. Man sei sich aber treu geblieben und habe mit dem Verkauf der eigenen Produkte erst begonnen, als diese als tadellos funktionsfähige und nach strengen Kriterien geprüfte Version vorlagen. … und um qualifiziertes Personal Als «ziemlich schwierig» erwies sich die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden. «Wir können zwar eine moderne Infrastruktur, angemessene Saläre und ein angenehmes Arbeitsklima anbieten, doch der Markt ist ausgetrocknet wie ein Flussbett in der Wüste», hält Hanspeter Jordi fest. Ausserdem könne ein Jungunternehmen nicht die gleiche Sicherheit bieten wie beispielsweise die Informatikabteilung einer Grossbank. «Andererseits hat bei uns der einzelne Mitarbeiter einen ganz anderen Stellenwert», führt Jordi weiter aus, «man ist nicht einfach eine Nummer unter vielen – und diesen Aspekt wissen heute viele zu schätzen.» Als «bedeutenden Wettbewerbsnachteil» bezeichnet Grütter die arbeitsrechtlichen Vorschriften: «Als Unternehmen in einem Grenzkanton sind wir darauf angewiesen, auch Personal im norddeutschen Raum anwerben zu können.» Das Bewilligungsverfahren sei ein Spiessrutenlauf, der Zeit, Energie und Geld koste – «eine Vereinfachung in diesem Bereich wäre konkrete Wirtschaftsförderung, die den Staat nicht mal viel kosten würde», schlägt Jordi vor. Das Unternehmen hat aber auch so elf Mitarbeitende anstellen können… Softproviding AG, Stockbrunnenrain 6, 4123 Allschwil, Tel. 061/307 99 22, http://www.softproviding.net © 2001 National Zeitung und Basler Nachrichten AG
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