«Wir sorgen für die Wiederbelebung der Basler Werbeszene!»
Von Oliver Degen
Patrick Lack und Bruno Steiger, die «Neuunternehmer des Monats» Ausgabe Januar 2001, wollen mit ihrer Agentur Lucky Lack für frischen Wind in der hiesigen Werbeszene sorgen. Anstatt in einzelnen Prospektseiten zu denken, müsse man heute alle betrieblichen Prozesse in die Marketinganstrengungen einbeziehen. Die neuen elektronischen Medien würden es ermöglichen, intelligente und emotionale Werbung zu kreieren. Gleichzeitig gelte es, ein in sich geschlossenes Gesamtbild des Unternehmens zu kommunizieren.
Basel. «Die Basler Werbeszene ist eigentlich schon klinisch tot», analysieren Patrick Lack und Bruno Steiger den Zustand in ihrer Branche. Viele der grossen Agenturen seien nach Zürich abgewandert – «oder sie haben den Anschluss ins Zeitalter des Internets verschlafen!»
Auf jeden Fall bestehe in Basel ein regelrechtes Vakuum in der Branche. «Wir wollen dazu beitragen, dass in Basel wieder eine Werbeszene entsteht, die seiner Bedeutung und seiner Grösse entspricht», formuliert Patrick Lack die ehrgeizigen Ziele. Immerhin zähle man nach nur gerade 18 Monaten zu den «top five» der Basler Kommunikationsunternehmen. «Und eigentlich hat das noch gar niemand so richtig gemerkt», meint Bruno Steiger mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
In der Werbung gross geworden
Die zwei «Neuunternehmer des Monats Januar» haben beide eine klassische Werbekarriere durchlaufen. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon: «Unsere Interessen und Fähigkeiten liegen diametral gegenüber», meint Bruno Steiger. «Während Bruno der Stratege ist, der den Überblick über die einzelnen betrieblichen Funktionen hat und diese miteinander verknüpft, bin ich für die kreative Belange zuständig», bestätigt Patrick Lack die Meinung seines Partners. Diesen Umstand bezeichnen beide als einen der Erfolgsfaktoren der Lucky Lack GmbH. «Wir ergänzen uns hervorragend, denn immer die gleiche Meinung zu haben, wäre eine schlechte Basis», bekräftigt Steiger. Nach einer Ausbildung zum Werbeassistenten und später zum Marketingleiter war er in verschiedenen Positionen für McDonald’s, General Motors und Nestlé tätig. «Mich reizt am Marketing – die Werbung ist nur ein Instrument davon – die Möglichkeit, einen Beitrag zum (Miss-)Erfolg eines Produktes zu leisten.» Diesen könne man in ihrem Business sehr leicht messen – und darin läge die Herausforderung. «Wir wollen mit unserer Arbeit Erfolgsverantwortung übernehmen», hält Steiger fest. Patrick Lack absolvierte eine KV-Lehre, besuchte danach das SAWI (Schweiz. Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung u. Kommunikation) in Biel und liess sich zum Werbeassistenten ausbilden. «Für mich liegt die Faszination meiner Tätigkeit darin, kreativ tätig zu sein, neue und untypische Wege und Möglichkeiten zu suchen – und diese auch zu finden.» So richtig gepackt habe es ihn während seines Aufenthaltes in den 80er Jahren in England. «Die Engländer verwendeten schon damals einen speziellen Stil in der Werbung – intelligent, humorvoll und emotional -, der mich begeistert und angezogen hat.»
Umfassende Kundenbetreuung
Die klassische Werbeagentur, die sich auf ein Gebiet spezialisiert, hat nach der Meinung der beiden Neuunternehmer kaum Überlebenschancen. «Wir dürfen nicht mehr in Prospektseiten oder in Plakaten denken, sondern wir müssen uns an betrieblichen Abläufen und Prozessen orientieren», verdeutlicht Lack das Credo des Unternehmens. Es gelte herauszufinden, was im Kunden vorgehe – und dies müsse man mit allen heute zur Verfügung stehenden Instrumenten umsetzen. «Konkret heisst das, dass wir interdisziplinär arbeiten: Wir entwerfen ganze Werbekampagnen, übernehmen das Design des gesamten Internet-Auftritts und organisieren Auftritte an Messen, Ausstellungen oder sonstigen Events.» Da man somit die gesamte Unternehmenskommunikation gestalte, könne man auch dafür sorgen, dass ein einheitlicher Stil, eine in sich stimmende Handschrift zu erkennen sei.
Zum Unternehmer geboren
«Wir sind davon überzeugt, dass man den Unternehmergeist in sich hat – oder eben nicht», hält Bruno Steiger fest. Aber bestimmt werde man nicht durch den Eintrag im Handelsregister plötzlich zum Unternehmer. «Den Schritt vom Angestellten zum Entrepreneur war bei mir damals einfach fällig, es war ein weiterer logischer Schritt in meiner persönlichen Entwicklung», erinnert sich Steiger an vergangene Tage. Patrick Lack hatte bereits vor der Gründung des gemeinsamen Unternehmens während sieben Jahren Erfahrungen als selbstständig Erwerbender gesammelt. «Nachdem wir zuerst in verschiedenen Projekten für Dritte zusammen gearbeitet hatten, wurden einerseits Synergien, andererseits aber auch eine gemeinsame Grundhaltung deutlich, so dass wir uns zu einer engeren Zusammenarbeit entschlossen, die in der Gründung des gemeinsamen Unternehmens endete», blickt Lack 18 Monate zurück. In der Zwischenzeit beschäftigen die zwei Neuunternehmer 17 Mitarbeitende, die ein Durchschnittsalter von 34 Jahren aufweisen. Dabei seien praktisch alle durch Bekanntschaften zu bereits beschäftigten Angestellten zum Team gestossen. «Damit haben wir ein sehr harmonisches Wachstum erlebt, das sich positiv auf die Zusammenarbeit ausgewirkt hat.»
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Gibt es heute nicht mehr.
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